Sie:
»Oh ja mein Tiger besorg es mir, du bist mein Tiger!«
Ich:
»Jaaaa Baby!«
Sie:
»Sag Tiernamen zu mir, schmutzige Tiernamen!«
Ich:
»Dumme Sau, blöde Kuh!«
Gut die Beziehung hielt nicht lange, die Worte, dumme Sau und blöde Kuh wollte sie nicht hören. Was hatte sie erwartet. Hat sie ernsthaft geglaubt das ein
Mann kurz vor dem Höhepunkt klar denken kann. Liebe Frauen habt ihr euren Sexualpartner einmal beim Orgasmus betrachtet. Peinlich, niederschmetternd, trostlos. Ein bis dahin charmantes Gesicht
mutiert zu einer Fratze des Grauens. Der Mann wird zu einem Wesen, dass dem Begriff des Menschenaffens nahekommt. Er gibt Geräusche von sich, die einem Gorilla beim Geschlechtsakt ähneln. Er
grunzt und stöhnt, als ob er einen Bären in die Flucht jagen müsste. Im Grunde ist der genetische Unterschied zwischen Schimpanse und Mensch eminent klein, 98,7 Prozent des Erbguts stimmen
überein. Beim Sex entzieht das Hirn den Vorteil, sprich die 2,3 Prozent Überlegenheit zum Primat.
Fragen wir die Wissenschaft:
Während des Höhepunkts sendet und empfängt unser Gehirn ununterbrochen Signale. Studien zufolge findet dies in unserer rechten Gehirnhälfte statt. Beim
Orgasmus findet ein Übergang von den sogenannten Alphawellen (im Wachzustand aktiv) in die Thetawellen (im Übergang vom Wach- zum Schlafzustand aktiv) statt. Weitere Studien zeigen, dass unser
Präfrontaler Cortex (PFC) an der Stirnseite des Gehirns, welcher für Sinneseindrücke zuständig ist, ausgeschaltet wird. Dies ist alles einleuchtend, da wir beim Orgasmus das Geschehen um uns
herum kaum wahrnehmen können.
»Peng und die will Tiernamen hören.«
Stellen wir uns vor die Natur, hätte beim Sex den Y-Chromosom-Träger mit voller Gehirnleistung ausgestattet.
Lassen wir die Anfangsszene noch einmal Revue passieren.
Sie:
»Oh ja mein Tiger besorg es mir, du bist mein Tiger!«
Ich:
»Jaaaa Baby!«
Sie:
»Sag Tiernamen zu mir, schmutzige Tiernamen!«
Ich:
»Oh du mein kleiner Stumpfnasenaffe, du Gürtelmull, du geile scharfe Wabenkröte.«
Sie:
»Du machst mich verrückt du tasmanischer Teufel, du ungestümer Pacu.«
Ich:
»Mach mir den Fangschreckenkrebs, sauge mich aus wie eine Ameisenwespe.«
Sie:
»Ich komme du triebhafter Ottermolch, ahhhh Barbirusa(dabei handelt es sich um einen Hirscheber)!«
Die Natur weiß was sie tut, bevor es so - kommt - (ihr verzeiht den trivialen Witz), bin ich weiterhin für Blutentzug des Hirnkastens und stöhne weiter wie
ein Kannibale.
Sex spielt in der allumfassenden Menschheitsgeschichte eine, ich möchte beinahe sagen apokalyptische Bedeutung. Die Spielarten der Liebe sind beliebig,
kurios, orphisch und Sagen umworben.
Man sollte beim Liebesspiel flexibel sein. Ja ein Opportunist im Bett. Ein williger Vollstrecker der Liebe.
Hier ein paar Beispiele:
Albanischer Sex
Treibt es jemand „albanisch“, versenkt er seinen Penis in der Kniekehle seiner Gefährtin. Diese kann mit ihrem Bein den Druck regulieren und entweder für
ein schnelles Happy End sorgen oder eine längerfristige Schrubberei.
Fazit: Was ist das denn? Von Vorteil, man wäre Zirkuskünstler oder Yogalehrer? Es hilft nur beten und hoffen, dass man nicht auf eine Profiradfahrerin
trifft.
Russischer Sex
Da wir gerade bei geilen Reibereien sind – darum geht es ebenfalls bei „russischem“ Sex, „Schenkelverkehr“ genannt. Dabei reibt ER seinen russischen Bären
zwischen den Schenkeln der Gespielin. Soll angeblich auf Zeiten zurückzuführen sein, in denen es sich nicht schickte, vor der Hochzeit Verkehr zu haben oder gar schwanger zu werden. Da ist der
Schenkelverkehr eine sichere Bank – hier passiert nichts.
Fazit: Kurzum man reibt sich wund. Seid wann sind die Russen Weicheier bzw. Milchbartträger.
Deutscher Sex
Bewerkstelligen wir es kurz. Damit bezeichnet man die gute, alte Missionarsstellung.
Fazit: Wenn der Fernseher effizient positioniert ist, steht der traditionellen Sportschau nichts im Wege.
Kommen wir wieder zum Hauptprotagonisten der Geschichte.
Mich!
Männer sind ja überzeugt, dass sie die Virtuosen, der singuläre Ton auf der Liebesleiter sind.
Dieser Rechtsanspruch prallte bei mir stets ab. Erst die Dame, dann das Vergnügen ist eine Maxime, die ich mir zu eigen machte.
Sie hieß, nennen wir sie einmal Marius Müller Westernhagen gemäß, Fräulein Mayer mit Y.
Fräulein Mayer und meine Wenigkeit waren mittendrin im Balzakt der Vorgefühle. Wie aus dem Nichts hielt sie inne. Ihre türkisblauen Augen strahlten mich an.
Aus ihren zarten halbgeöffneten Mund kamen Worte heilend wie Salbei und Melisse.
»Du bist mein Superheld«, hauchte sie.
Wie gesagt, wir waren erst bei den Vorgefühlen. Ein Superheld, ich ein Superheld, wie Batman, Superman oder Captain America.
Lila Kuh auf grünen Gras. Ich musste die Gedanken an einen Superhero, so schnell wie möglich verdrängen. Nicht jetzt beim Koitus: Lieber Dödel stell in
diesem Augenblick nicht die Arbeit ein! Doch das Zweite ich in mir wollte es genauer wissen.
Wollte ich ein Hero, der Futon des Lattenrostes sein?
Mir fiel Spiderman ein. Der Student Peter Parker wird von einer radioaktiven Spinne gebissen und verfügt infolgedessen über
Superkräfte.
Spidermann wie er sich fortan nennt besitzt die Möglichkeit Spinnfäden abzuschleudern, an denen er sich von Haus zu Haus schwingen
kann.
Mein kleines Köpfchen konstruierte blitzschnell, dass diese Kräfte ihn bei der Fleischeslust zum Verhängnis werden könnten.
Spidermann hätte seinen Körper beim Gipfelpunkt nicht mehr unter Kontrolle. Seine Spinnfäden würden aus seinem Korpus katapultiert, es gäbe kein Halten
mehr. Männer des Herzens, ich hätte keinen Bock die Sauerei zu putzen, ganz zu schweigen wie seine Herzensdame in der Konsequenz aussehen würde.
Nehmen wir »Ironman«, den Mann aus Stahl. Tony Stark, der seinerseits Milliardär ist, besitzt zwar keine eigenen Superkräfte, doch sein Hightech-Anzug,
macht ihn zum Ironman.
Den unerschütterlichen Kämpfer für Gerechtigkeit.
Stellen wir uns mal folgende Szene vor. Die Frau seines Herzens liegt in eindeutiger Pose im Möbelstück zur Liebe. Tony »Ironman« Stark, schwebt zu dem
geöffneten Zimmerfenster herbei,
Sie: »Ironman, mein Ironman ich hoffe, du bist nackt unter deinem stählernen Umhang der Liebe?«
»Natürlich meine Pusteblume.«
Ironman drückt auf einen Knopf und wie von Geisterhand sprengt sich sein Kostüm weg.
Vor der Liebenden steht ex abrupto ein 165 cm kleiner Mann mit eingefallenen Schultern, einem schwabbelten Bierbauch und einen Pillermann, dem man mit dem
Attribut kleinformatig noch ein Kompliment machen würde.
Aus »Ironman«, würde »Bubi Watte Klimperklein.«
Über »Thor« gibt es wenig zu sagen, er ist der Mann mit dem »Hammer«(diese geistreiche Bemerkung muss sein).
Jeder kennt den grünen Unhold »Hulk.« Bruce Banner ein Wissenschaftler, der sich bei Aufregung in die monströse Kreatur Hulk verwandelt. Ich möchte nicht
die Dame seines Herzens sein. Nicht auszudenken, wenn ihm dieses Malheur beim Geschlechtsakt passieren sollte.
Batman der Mann im Fledermauscape. In den neuen Filmen der Batman-Reihe sieht Bruce Wayne wie er bürgerlich sehr martialisch, muskelbepackt, austrainiert
aus. Das war in den alten Filmen aus den sechziger Jahren, als der Schauspieler Adam West den Helden verkörperte noch anders aus. Das Kostüm hing schlapprig am nicht vorhandenen muskulösen
Körper. Das beste war die hellblaue Leggings, darüber eine aus der Form geratene dunkelblaue Sporthose.
Wie komm ich nur darauf? Die Figur sah klischeehaft gesehen, nach einem homoerotischen Superhelden aus.
Aber im Ernst warum gibt es keine Lesbische oder Schwulen Superheldin beziehungsweise Helden?
Homoman?
Binär Heroes?
War doch cool in der heutigen Zeit.
Na ja Liebe und Sex waren nie ohne Hindernisse.
Verdammt, früher war alles besser und unkomplizierter!
Poppen? Ja? Nein? Vielleicht?
x x x
Roxy Entertainment
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